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Kustom Kulture Show 2018
„Helsinki Calling“

by Michael Schmidbauer
Kustom Kulture Show 2018, Helsinki, Finnland, 1939 Mercury Coupé, Top Chop, Hardtop

Erst vor Kurzem berichteten wir euch von der Jubiläumsausgabe der fantastischen Kustom Kulture Show im hohen Norden und forderten euch dazu auf, eventuell doch noch Last Minute zu buchen und der Show beizuwohnen. Nun, was soll ich sagen? Ich bin meiner eigenen Aufforderung kurzentschlossen nachgekommen und schnurstracks in die finnische Metropole an der Ostsee geflogen, um die nordischen Perlen im verschneiten Helsinki für euch einzufangen. Temperaturtechnisch war das ein krasser Gegensatz zur Grand National Roadster Show, die ich nur zwei Wochen vorher besucht hatte. Doch ich wusste ja, worauf ich mich einließ, schließlich bin ich seit drei Jahren regelmäßig vor Ort. Das Wetter konnte mich also nicht abschrecken und die Vorfreude auf qualitativ hochwertige Fahrzeuge und jede Menge alte und neue Freunde, die dort anzutreffen sind, überwog eindeutig.

Ankunft in Helsinki und Pre-Party

Bereits am Donnerstag angekommen, traf ich mich mit David (Rocketbros. Fotografie), um in der Bar Loosister einen der besten Burger der Stadt zu genießen. Tipp am Rande: In Finnland gibt es zahlreiche Burger-Restaurants, klassisches finnisches Essen findet man dagegen eher selten. Im Loosister gibt es sowohl super Burger als auch gute Musik in Kombination mit für finnische Verhältnisse bezahlbaren Drinks. Den Freitag verbrachte ich schön erfrischend in der knackigen Kälte im Zentrum der Stadt, zu sehen gibt es hier schließlich genug. Die offizielle Pre-Party in der Veranstaltungshalle ließ ich dieses Mal ausnahmsweise ausfallen, um mich mit den Hoods, Road Devils und Lifters aus Deutschland auf einem Konzert zu treffen: Mystery Train veranstalte- te ihre Record Release Party in der Dubrovnik Lounge. Ein entspannter Abend mit guter Musik – kein schlechter Einstieg für ein gelungenes Wochenende.

Ein Tipp für den Freitagnachmittag ist der Weird Antiques Store in der Nähe des westlichen Hafen Terminals. Hier findet der geneigte Sammler allerlei Kuriositäten rund um Americana, Exotica, Memorabilia, Vintage Clothing und Nostalgia. Natürlich gibt es auch zahlreiche Sammlerstücke aus dem automobilen Bereich.

Die Kustom Kulture Show in der Cable Factory

Die Kustom Kulture Show selbst beginnt für gewöhnlich am Samstagnachmittag ab 14 Uhr. Man hat also genug Zeit, um sich von der Pre-Party des Vortages zu erholen und frisch gestärkt auf die Show zu gehen, die seit jeher in der historischen Cable Factory stattfindet. Die Hot Rods, Kustom Cars und Kustom Bikes stehen dabei im Mittelpunkt und werden in der Haupthalle präsentiert. An Qualität und Diversität mangelt es hierbei bei Leibe nicht, positive Überraschungen finden sich bei jedem einzelnen, ausgestellten Fahrzeug.

Dies alleine würde die Reise schon lohnen, doch die Kustom Kulture Show bietet bei Weitem mehr. So finden sich zahlreiche Lowbrow-Künstler aus dem In- und Ausland und begeistern die Zuschau- er mit den verrücktesten Kreationen. Mit von der Partie war auch Jesper Bram aus Kopenhagen, der Gründer der Lowbrow Art Academy, die ich euch nur wärmstens empfehlen kann. Im ersten Stock befindet sich die Galerie, die nicht nur einen hervorragenden Blick auf die Fahrzeuge bietet, sondern auch die zahlreichen Verkaufsstände in Kombination mit etlichen namhaften Tätowierern beherbergt.

Hot Rods, Kustom Cars, Lowrider und Kustom Bikes

Doch zurück zum für uns Wichtigsten: den Fahrzeugen. Meine Favoriten waren dieses Mal Kari Kylmäniemis 1959 Buick Invicta „Voittamaton“ im Bellflower-Style, ein unglaublich detaillierter Kustom-VW-Buggy, den wir euch in einer weiteren Story näher vorstellen werden, und Olavi Rautauomas „Moonclone“, ein 1954er-Chevrolet Bel Air, der nach dem Vorbild des legendären „Moonglow“ von Duane Steck (Long Beach Renegades) aufgebaut wurde. Auf der Seite der Motorräder konnte aus meiner Sicht vor allem Otto Mattilas 1952 Triumph Speed Twin punkten. Das Bike ist außerordentlich stilsicher mit einer Vielzahl an ungewöhnlichen Detaillösungen, die auf ganzer Linie überzeugen.

Ein weiteres Bike, das mich in seinen Bann gezogen hat, war das „Hypno Sexray!“, eine Triumph von Teemu Forsberg (Pistons Car Club), die mit einer wunderschönen Metalflakelackierung punkten konnte. Drittes Bike im Bunde meiner Top 3 kam aus der Schweiz und hört auf den Namen „Daisy’s Fear“, eine sehr edle Harley-Davidson, die optisch mit viel blattgoldenen Jugendstilelementen ausgestattet wurde und mit dem Thema Absinth spielte – erfrischend anders und gut!

Das Abendprogramm

Für den guten Zweck wurden auf der Hauptbühne nicht nur die Gewinner der einzelnen Klassen bekanntgegeben, es fand auch eine Versteigerung diverser Kunstgegenstände statt. Der Erlös ging an eine wohltätige Organisation. Den Abend komplettierte schließlich das umfangreiche Musikprogramm mit den High Speed Rockets, Sara Lee und der Port Arthur Blue Grass Band sowie der Burlesque Show mit Dixie Feathers und Zoe Scarlett. Die Party ging noch bis 2 Uhr morgens.

Der Nachteil meiner spontanen Flugbuchung: Den Sonntag auf der Show konnte ich leider nicht mehr genießen, da mein Flieger bereits am Sonntagmorgen um 9.30 Uhr in Richtung München aufbrach. Da die Kustom Kulture Show aber von der Größe her überschaubar ist, war dies durchaus zu verschmerzen. Gesehen hatte ich alles Wichtige, lediglich das Vintage & Swap Meet in der Nebenhalle, das nur am Sonntag stattfand, entging mir.

Unser Tipp

Auch nach diesem Kurzbesuch gilt nach wie vor mein Rat an euch: Wenn euch im Winter in der Heimat die Autos und die Treffen fehlen, macht euch auf, geht raus in die Welt! Ob in Japan die Mooneyes Show im Dezember, im Januar die Grand National Roadster Show in den USA oder im Februar die Kustom Kulture Show in Finnland, es gibt auch in der kalten Jahreszeit genug zu tun, um der Tristesse zu entfliehen. Ihr müsst es nur tun.

Fotos & Text: Michael Schmidbauer

Galerie: Kustom Kulture Show 2018

Ihr findet zahlreiche Fotos von der Kustom Kulture Show auf den folgenden 5 Seiten. Am jeweils unteren Ende findet Ihr die Navigation um zur nächsten Galerieseite zu gelangen.

Hot Rods

1926 Ford Model T Tudor Sedan „Stuart Little“

1926 Ford Model T, Stuart Little, Tomi Kangas, Heath Garage, Kustom Kulture Show

Tomi Kangas von der Heath Garage baute diesen Stuart Little genannten 1926 Ford Model T Sedan auf und zeigte ihn auf der Kustom Kulture Show.

1926 Ford Model T Sedan, Stuart Little, Sonnenschute

Eine gelochte Sonnenschute am Ford Model T Sedan.

1926 Ford Model T Sedan, Stuart Little, Metalflake, Panelpaintjob, Lacepainting, Lackierung Anna-Stinga Kangas

Lackiert wurde das 1926er Ford Model T in einem Metalflake Panelpaintjob mit Lacepainting von Tomis Frau Anna-Stina Kangas.

1926 Ford Model T Sedan, Stuart Little, Kustom Kulture Show, Padded Top

Ein mit Rolls’n’Pleats überzogenes Ford Model T Dach.

1926 Ford Model T Sedan, Innenausstattung, Metalflake, Bullet Lenkrad, Tuck'n'Roll

Die Innenausstattung ist passend in Metalflake und Tuck’n’Roll gehalten.

1926 Ford Model T Sedan, Stuart Little, Heath Garage, Cadillac Flathead, M5-Stuart-Panzer

Stuart Little Ford Model T. Der Namensgeber ist in dem Fall der außergewöhnliche Motor: ein Cadillac Flathead aus einem US-amerikanischen M5-Stuart-Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg.

1928-29 Ford Model A Roadster Pick-up

1928-29 Ford Model A Roadster, Flathead V8, Pistons KK

Der Pistons KK brachte diesen 1928-29er Ford Model A Roadster Pick-up mit Flathead V8. Der Wagen sitzt auf einem Ford Rahmen von 1932.

1928-29 Ford Model A Roadster, Flathead V8, Pistons KK, Sharp Zylinderköpfe

Sharp Heads und Ansaugspinne für 4 Vergaser auf einem Flathead V8 vom Pistons KK.

1930-31 Ford Model A Tudor Sedan „Snow Mobile“

1930-31 Ford Model A Sedan, Dodge Red Ram Hemi V8, Schneemobil

Ein Dodge Red Ram Hemi V8 in einem ganz besonderen 1930-31 Ford Model A, welches im Winter auf Schneemobil umgerüstet wurde.

1932 Ford Roadster Pick-up

1932 Ford Roadster Pick-up, Timo Hersti, Show Rod, Flathead V8, Kustom Kulture Show

Timo Herstis 1932 Ford Roadster Pick-up im Stil der 50er-Jahre-Show-Rods. Angetrieben von einem Ford Flathead V8.

1932 Ford Roadster Pick-up, Timo Hersti, Champion Armaturenträger, Kustom Kulture Show

Armaturenträger von Champion aus gegossenem Aluminium in einem 1932er Ford Roadster Pick-up vom Hersti AutoShop.

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